Usability

Unter all den üblichen Anglizismen, die im Webdesign findet, bist du vielleicht schon oft über den Begriff „Website Usability“ gestolpert. Auf einen selbst, wirkt die eigene Website immer durchdacht: „damit kann jeder umgehen!“. Doch ist das wirklich so? Kann jeder meine Website so einfach bedienen?

Die Website Usability (englisch für Benutzbarkeit) beschreibt die Fähigkeit eines Online-Angebotes, dieses rein intuitiv benutzen zu können und dabei die gesuchten Seiten und Bedienelemente (Navigation) dort zu finden, wo man sie erwartet. Des Weiteren wird vorausgesetzt, nicht auf missverständliche Hinweise oder gar Fehlermeldungen zu stoßen. Und nicht zuletzt spielt im Rahmen der Website-Usability auch die vielgepriesene „Barrierefreiheit“ eine immer größere Rolle.

Wie man sicherstellt, dass eine Website-Entwicklung für den Endanwender auch wirklich benutzbar ist, welche allgemeingültigen Regeln es dafür gibt und warum dies für dich als Coach wichtig ist, erfährst du in diesem Beitrag.

Website Usability – Bedeutung und Historie

Der Begriff Usability wurde anfangs im Bereich der Software-Ergonomie angewandt und beschrieb die Benutzbarkeit eines Software-Programms. Im Zuge der Verbreitung des WWW in den vergangenen Jahrzehnten wurde die Usability auch auf das Webdesign ausgeweitet. Spätestens mit der Einführung des „Web 2.0“ in den 2000er Jahren wandelte sich der Websurfer vom reinen Konsumenten (Leser) zum aktiven „Macher“ des Webs, der neue Möglichkeiten erhielt, mit Websites zu interagieren und eigene Inhalte einzubringen. Insbesondere der Bereich E-Commerce ist auf die Thematik Website-Usability aufmerksam geworden – und das aus gutem Grund. Schließlich will jeder Onlineshop-Betreiber seine Umsätze optimieren, und das gelingt nur, wenn der gesamte Kaufvorgang von der Produktauswahl über die Bestellung bis zur Zahlungsabwicklung so einfach wie möglich zu handhaben ist.

Umsetzung in der Praxis: Die wichtigsten Usability Regeln

Mir persönlich ist die Gestaltung von Usability-konformen Websites eine Herzensangelegenheit. Deshalb ist es mir wichtig, dass du als Coach diese Thematik als Multiplikator weiterverbreitest – für ein besseres Web!

Jeder Webdesigner (und da kannst du dich mit eigener Website auch ein Stück dazu zählen!) hat jedoch eigenen Vorstellungen und Vorlieben bei der Gestaltung eines Webangebotes. Und genau da liegt bereits das Hauptproblem: Der Entwickler hält sein Produkt mit seinem ureigenen Tunnelblick für bedienbar und einfach.

Sobald das Produkt dann aber ans Netz geht, stellt sich heraus, dass die Zielgruppe Schwierigkeiten mit der Bedienung, der Navigation und dem Auffinden von gesuchten Inhalten hat.

Was also tun? Hier einige wichtige Grundregeln.

Inhalte der Startseite – gehaltvoll und doch kompakt gestalten

Du hast bestimmt schon erfahren, dass Webseiten-User nicht sofort lesen, sondern als Erstes versuchen, eine Page in ihrer Gesamtheit zu erfassen.

Allein aus diesem Grund sollte man sich auf Startseitentexten so kurz wie möglich fassen.

Bist du genau wie ich auch ständig genervt von den immer gleichen inhaltslosen „Begrüßungstexten“ wie „Willkommen auf meiner Homepage! Ich heiße Erika Musterdesigner und bin selbstständige Webdeveloperin in meiner Agentur ‚Schöner surfen‘ in Musterburg. Ich liebe… ich kann… ich möchte…“

Mal unter uns: Wer liest sich das alles durch? Also ich nicht!

Texte dieser Art sollen nur irgendwie die Startseite füllen – mehr nicht. Dabei kann man den Einstieg in eine Website inhaltlich viel besser gestalten. Hier gilt, in wenigen und knappen Sätzen oder besser noch durch eine Grafik die Quintessenz eines Online-Angebotes vorzustellen.

Viel effizienter und noch dazu sofort erfassbar wäre hier eine Überschrift wie „Web- und Grafikdesign aus Musterburg“. Direkt darunter bietest du dem User direkt Informationen und Interaktionsmöglichkeiten an, etwa in Form von Links wie „Unsere Referenzen“, die Abo-Möglichkeit eines Newsletters, bei der der User in diesem Beispiel als Teaser ein kostenloses E-Book bekommt (mit diesem einfachen Mittel ist dann auch gleich eine Kontaktmöglichkeit aufgebaut, an Hand derer man mit dem interessierten Leser später noch einmal in Verbindung treten kann). Weitere wichtige Punkte auf der Startseite sind Interaktionsangebote wie etwa ein Button zum Kontaktformular oder zum Anfordern eines Angebotes.

Wissen, wo man sich gerade befindet

Insbesondere in komplexen Websites mit vielfältigen Funktionen und Content-Angeboten verliert man sich häufig in den Tiefen der Online-Präsenz.

Wo bin ich jetzt hier? Wie bin ich hierher gekommen? Hierfür gibt es mehrere Lösungen, die man auch in Kombinationen einsetzen sollte:

– Breadcrumb-Navigationen: Du hast solche Navigationen bestimmt schon oft gesehen – in der Kopfzeile beispielsweise im Form von Hauptseite – Produktkategorie – Produkt XY – Produktdetail. Die einzelnen Items sind meist anklickbar, sodass man schnell wieder zurückfindet.

– Hervorhebung der aktuellen Seite: In Navigationsleisten sollte sich der Eintrag der Seite, auf der man sich gerade befindet, z. B. farblich oder durch eine andere Schriftgröße von den anderen Einträgen abheben.

Ablenkungen vermeiden

Der Besucher einer Website hat in aller Regel ein bestimmtes Ziel: Entweder möchte er eine bestimmte Information finden oder eine Aktion durchführen. Auf dem Weg zum Ziel sollten den User möglichst wenig Ablenkungen vom Ziel abbringen. Dies beginnt bereits beim optischen Erfassen einer Page. Der eigentliche Content einer Webseite muss deutlich ins Auge stechen und hervorgehoben werden, z. B. durch einen Rahmen oder eine Hintergrundfarbe. Neben, über und unter der gesuchten Hauptinformation (z. B. einer Produktbeschreibung) sollte nichts ablenken, schon gar nicht mit animierten Grafiken oder noch schlimmer mit blinkenden oder durchlaufenden Texten. Das ist Web der 1990er Jahre, als man noch glaubte, neue und auffallende HTML-Tags um jeden Preis einsetzen zu müssen. Dies führte dann zu völlig überladenen, knallbunten und unruhigen Webseiten: Auffallen um jeden Preis, aber am Nutzer vorbeiproduziert.

Ist das ein Link? Oder doch nicht?

Im Web erlebe ich es auch heute noch, dass ich auf Seiten stoße, bei denen ich Texte oder Grafikelemente erst mit dem Mauszeiger „abtasten“ muss, um herauszubekommen, welches Element ein Link ist und welches keiner. Jeder Webdesigner weiß, wie man Links augenfällig gestaltet, aber manche Entwickler z. B. von WordPress-Themes haben bei diesem Thema offensichtlich nicht an die Usability gedacht. Die Folge: Der Besucher weiß im Allgemeinen nicht, wie er Links entdecken kann und wendet sich entnervt ab. Und wieder einen potenziellen Neukunden verloren…

Deshalb: Jeden wichtigen Link unterstreichen! Textlinks, die nur in Fettschrift dargestellt sind, mögen zwar optisch ansprechend sein, sind dadurch aber nicht benutzerfreundlicher!

Hier ließt du mehr zu Links und der Benutzerführung auf Websites.

Testen, testen, testen!

Bevor ein Webdesigner sein fertiges Produkt auf die Menschheit loslässt, ist es unerlässlich, dieses vorab von unabhängigen und unvoreingenommenen Menschen testen zu lassen – möglichst von mehreren. Dies sollten Web-User sein, die nichts mit Design und Entwicklung am Hut haben. Das Feedback, das der Webdesigner daraufhin enthält, ist für seine Arbeit Gold wert. Besonders hilfreich ist es, einen User dabei zu beobachten, wenn er die Website das erste Mal aufruft und versucht, ein bestimmtes Ziel zu erreichen – sei es das Abonnieren eines Newsletters, das Auffinden der Kontaktdaten oder die Durchführung einer Waren-Bestellung.

Zwar nicht immer umsetzbar, aber dennoch zielführend ist die Einbeziehung von Nutzern bereits in der Entwicklungsphase, um die User-Bedürfnisse im weiteren Entwicklungsverlauf zu berücksichtigen. Hierbei kann effektiv aufgedeckt werden, welche Erwartungen und Anforderungen ein Nutzer an das Online-System hat und wie er mit dem Produkt im aktuellen Entwicklungsstand zurechtkommt. Auf diese Weise können Usability-Schwachstellen schnell und einfach erkannt und behoben werden.

Fazit: Mit Webdesign aus User-Sicht ist viel gewonnen

Jeder Nutzer einer Website fragt sich beim ersten Besuch: „Finde ich hier das, was ich suche?“ Dies betrifft nicht nur die Inhalte, sondern auch die Usability des Gesamtangebotes. Sobald der User für sich keinen Nutzen der Website sieht, ist er wieder weg und wird auch nicht wiederkommen. Mit der konsequenten Anwendung der hier vorgestellten Usability Regeln kannst du aber häufige Fehler vermeiden und dazu beitragen, dass dein Webdesign auf menschliche Bedürfnisse abgestimmt und auf gängige User-Gewohnheiten angepasst ist.

Wenn du dich beim Aufbau eines neuen Webangebotes immer in die Lage des späteren Anwenders versetzt, ist die halbe Arbeit bereits erledigt und du kannst ein Produkt vorzeigen, das beim Konsumenten durch eine angenehme User Experience in Erinnerung bleibt.

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